Charlotte & Marie
Schafe auf der Sommerweide

Das Leben auf dem Land – digital

Landwirtschaft gegen Langeweile: Wir initiieren einen Blog! In diesem werden wir über unser gemeinwohlorientiertes Projekt berichten. Wir wollen in Zeiten von Corona digitale Beiträge über das Leben auf dem Land für Kinder und alle Interessierten gestalten und die Erfolge, die wir mit unserem Engagement verzeichnen können, beschreiben. Im Rahmen dieses Projektes werden wir lehrreiche Video-Clips über die alltäglichen Aufgaben und Abläufe auf einem Bauernhof oder kleine Aufgaben und Quizfragen erstellen, um die Kinder unterhaltsam an das Leben auf dem Land heranzuführen.

Dieser Blog soll uns dabei als Plattform dienen, über die Erfahrungen, Erkenntnisse und Erfolge unseres Projektes zu berichten und besonders Eltern, Lehrer, Kinder und Landwirte zu motivieren, sich für die Landwirtschaft und dessen gesellschaftlichen Nutzen zu engagieren. Zusätzlich wollen wir auch Landwirten die Möglichkeit geben, ihre eigenen Erfahrungen und ihr Wissen zu teilen und die Auswirkungen der Corona-Krise auf ihren Betrieben in den Kommentaren darzustellen. Doch dazu später mehr…

Die Corona Pandemie und ihre gesellschaftliche Auswirkung

Seit März diesen Jahres hat sich das Leben der Menschen weltweit stark verändert. Aufgrund der derzeitigen Corona-Pandemie sind viele Menschen gezwungen zuhause zu bleiben und können nicht wie gewohnt ihren Berufen nachgehen. Auch Kinder und Jugendliche sind durch die Schließung der Schulen und Kindergärten und durch den Ausfall von Klassenfahrten und Tagesausflügen von den Einschränkungen betroffen.

Besonders in dieser Jahreszeit, in der die Kinder normalerweise draußen in der Natur mit ihren Freunden spielen oder mit den Eltern oder der Schule Ausflüge zum nächsten Bauernhof unternehmen würden, werden die Interaktionen mit der Umwelt durch die derzeitigen Einschränkungen gehemmt. So ergibt sich das Problem, dass der Bezug zwischen Bauernhof und Mensch – also Kindern, Lehrern, Verbrauchern und Landwirten – zurzeit noch stärker als sonst zurückgeht.

Auf der anderen Seite ist zu spüren, dass durch die Corona-Krise das gesellschaftliche Bewusstsein für die Bedeutung grundlegender Privilegien gestiegen ist. Den Menschen wird bewusst, wie wichtig soziale Kontakte sind, wie wertvoll die heimische regionale Landwirtschaft im Gegensatz zu globalen Lieferketten ist und vor allem, was sie selbst dazu beitragen können, um nicht wieder in die alten Verhaltensweisen und Unachtsamkeiten, wie vor der Corona-Zeit, zurückzufallen. Es wird Bewährtes in Frage gestellt und die Sehnsucht nach dem Anfassbaren, dem Greifbaren wächst in diesem Zusammenhang – insbesondere bei Eltern und Kindern.

Um die gesellschaftliche Aufmerksamkeit für die heimische bäuerliche Landwirtschaft zu erhalten und nach der Corona-Zeit mit aktiven Besuchen zu verbinden, haben wir uns vorgenommen, ein digitales Projekt zum Leben auf dem Land zu initiieren und darüber in unserem Blog zu berichten.

Unser Projekt – unser Beitrag

Um Kindern über diese ungewöhnlichen Zeiten hinweg zu helfen und der zunehmend aufkommenden Langeweile entgegenzuwirken, haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir den Kindern auf unterhaltsame Art und Weise weiteres Wissen vermitteln können und einen Bezug zum Leben auf dem Lande herstellen können.

Wir beide, Charlotte und Marie, sind Studentinnen der ökologischen Agrarwissenschaften und sind beide auf Bauernhöfen in Norddeutschland aufgewachsen. Wir wissen aus unserer Kindheit, wie vielfältig, interessant aber gleichzeitig auch verantwortungsvoll das Leben auf dem Bauernhof ist. Um anderen Menschen die Möglichkeit zu geben, an der Vielfalt des Landlebens teilzuhaben, kam uns die Idee, besonders Kindern trotz beschränkter Kontaktmöglichkeiten aufgrund der Corona-Pandemie, Einblicke in die Arbeit der Landwirte zu ermöglichen.

Keine Besuche auf Schulbauernhöfen

In der heutigen Zeit verlieren Kinder und Jugendliche zunehmend den Bezug zur Natur und zu der Herkunft der Lebensmittel, welche im Supermarkt eingekauft werden. Üblicherweise ermöglichen Schulbauernhöfe den Kindern einen tieferen Einblick in die Landwirtschaft, um sich so mit Tieren und der Umwelt intensiver auseinandersetzen zu können.

Da solche Aktivitäten aus bereits genannten Gründen derzeit leider nicht stattfinden können, haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Digitalität der heutigen Zeit zu nutzen und diese Aktivitäten online verfügbar zu machen. Wir wollen aber auch über andere Initiativen berichten und zeigen, welche guten Beispiele es auch abseits der Schulbauernhöfe bereits gibt. Damit erhoffen wir uns, dass neben den Kindern auch Eltern, Lehrer und Landwirte auf unsere digitalen Beiträge aufmerksam werden und sich weiter vernetzen und austauschen.

Unser Projekt „Das Leben auf dem Land – digital“ beinhaltet, dass wir in den kommenden Wochen selbstgedrehte Video-Clips über u.a. die Aufzucht der Jungtiere, die Verarbeitung von Lebensmitteln und Naturschutzarbeiten veröffentlichen werden, um den Kindern einen Eindruck vom Landleben zu vermitteln. Zudem sollen kleine Quiz-Aufgaben oder Spiele erstellt werden, anhand welcher die Kinder spielerisch neues Wissen erlangen können. Diese Videos, Aufgaben oder Bilder werden angelehnt an Aktivitäten, welche normalerweise während der Klassenfahrten oder Wandertage stattfinden würden und richten sich besonders an Schulkinder der 1. bis 4. Klassen. Wir wollen kurze Videos oder kleine Aufgaben erstellen, welche den Kindern im Internet zur Verfügung stehen werden.

Warum machen wir das?

Im Rahmen unseres Studiums befassen wir uns mit gemeinwohlorientierten Formen des Wirtschaftens und gesellschaftlichen Handelns. Wir selbst sind in einer Zeit aufgewachsen, in der es noch keine tiefgreifende Krise gegeben hat. Stattdessen war es eine Zeit des Wachstums, der Globalisierung und des Konsums, dessen Folgen für Umwelt, Klima und Natur in den kommenden Jahrzehnten spürbar sein werden. Nun erleben wir als junge Menschen eine erste wirklich ernste globale Erschütterung und Krise und verspüren das Bedürfnis, dabei unseren Beitrag zu leisten.

Wir selbst kennen aus unserem eigenen Bezugsrahmen eine Schäferei, einen Rinderbetrieb und einen Schulbauernhof, welche normalerweise häufig von Kindergruppen besucht werden. In den vergangenen Wochen blieben aufgrund der Kontaktbeschränkungen Besuche auf Höfen oder auch in Dorfläden und natürlich insbesondere auf Schulbauernhöfen aus. Besonders für Schulbauernhöfe, auf welchen die Besuchsgruppen einen wichtigen Bestandteil des Betriebes ausmachen, ist die aktuelle Situation schwierig.

Ziele des Blogs

Ziel unseres Blogs ist es also in dieser Zeit der Abschottung und des allgemeinen Umdenkens zu zeigen, welch einen bedeutenden Teil die Landwirte in unserer Gesellschaft haben und zugleich auf unser Projekt, in welchem wir den Kindern eine Möglichkeit geben, sich sinnvoll zu beschäftigen und weiterzubilden, aufmerksam zu machen. Wir wollen darauf eingehen, wie wichtig die Sichtbarkeit von Bauernhöfen für die Gesellschaft und gerade auch Kinder ist, damit sie wissen, woher die Lebensmittel kommen, wie sie hergestellt werden und auch, welche Jahresrhythmen auf dem Bauernhof und in der Natur herrschen.

Des Weiteren sollen die Blogs und auch die Videoclips ein erster Einstieg und Schritt in eine Richtung sein, in der sich mehr Menschen aus verschiedensten Kreisen vernetzen und austauschen. Zudem sollen auch andere Landwirte ermutigt werden eigene Clips über das Geschehen auf dem Landleben zu drehen und diese in die Welt hinauszutragen.

Seitens der Verbraucher und interessierter Menschen soll ein größeres Bewusstsein im Umgang mit Lebensmitteln und alternativen Schulangeboten wie Schulbauernhöfe entstehen und das Interesse an der Landwirtschaft geweckt werden.

Die nächsten Schritte

In den nächsten Wochen werden wir erste Videos auf unserem YouTube-Kanal hochladen und Spiele für Kinder erstellen und im Netz veröffentlichen, sodass sie für die Kinder zur Verfügung stehen.

In den kommenden Blogs werden wir dann über unsere Fortschritte, neue Ideen und Anregungen bezüglich unseres Projektes berichten. Wir wollen darstellen, wie wir bei der Umsetzung unseres Projektes vorankommen, welche Schwierigkeiten wir feststellen und wie sich das Projekt etabliert bzw. welche Resonanz wir von den Zuschauern und Lesern bekommen.

Zudem werden wir über bereits bestehende gute Beispiele digitaler Schulbauernhofinitiativen informieren und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Landwirte oder Betreiber von Schulbauernhöfen erstellen, um selbst solche Clips schnell und einfach drehen zu können.

Bis dahin

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