Hannah

Neues Marketing im Quer Beet Naturkost

„Tue Gutes und rede darüber“ lautet einer der Leitsprüche im Marketing. Eine gute PR- Strategie konzentriert sich darauf, das Beste zu betonen und die Schwachstellen in einem Unternehmen im Unterbewussten versinken zu lassen. Große Firmen nutzen seit Jahren das sogenannte Greenwashing, also die Strategie, bei der man sich oftmals nachhaltiger darstellt, als man es dem tatsächlichen ökologischen Fußabdruck nach ist. So sind über die Jahre die Schlagwörter „nachhaltig“ und „regional“ in ihrer Bedeutung stark verklärt worden. Besonders in der Lebensmittelbranche sind dies stark emotional belastete Kriterien. Niemand möchte seine Ernährung diktiert bekommen und niemand möchte in seinen Essgewohnheiten gerne in Frage gestellt werden. Bei der Einkaufsentscheidung möchte man dabei selbstverständlich den Bauernhof von nebenan unterstützen, doch ist es nicht seltsam, wenn regionale Produkte teilweise soviel teurer sind als Produkte von weit weg? Viele Fragen, welche bei der bewussten Kaufentscheidung eine Rolle spielen. Dazu kommt, dass es im verdichteten Informationsdschungel es gar nicht so leicht ist, transparente ehrliche Antworten zu finden. Dabei darf auch nicht vergessen werden, dass jede Region anders strukturiert ist, sowohl von der landwirtschaftlichen Biodiversität als auch von der Händler – Vielfalt aus betrachtet. Deswegen erscheint es mir wichtig, in einer ganzheitlichen Kommunikationsstrategie die individuelle Regionalität der Lebensmittelhändler und -produzenten zu zeigen. Denn um die Nachhaltigkeit der Lebensmittelversorgung auch in der Zukunft weiter zu gestalten, sollten die Menschen zu Wort kommen, die Gutes tun und noch nicht ausreichend darüber reden.

In meinem Projekt geht es darum, eine Antwort zu finden, wie man klar und deutlich regionale Wertschöpfungsketten im Lebensmittelbereich kommunizieren kann. Um meine Ideen in der Praxis zu testen, arbeite ich hierbei mit einem regionalen Naturkostladen zusammen.

Naturkost im Quer Beet

Um die Welt ein bisschen zu verändern gibt es seit 1987 den Naturkostladen Quer Beet Naturkost in Kassel-Nordhausen. Dort kann man regionale Spezialitäten, Obst und Gemüse sowie ein grundsolides Basis-Sortiment an guten Bio-Lebensmitteln für den täglichen Gebrauch finden und genießen. Seine vielen Lieferanten sind hauptsächlich um Kassel und Göttingen verteilt. Seit diesem Jahr ist der Naturkostladen außerdem zertifiziertes Mitglied der Gemeinwohl Ökonomie. Eine weitere Besonderheit ist die Möglichkeit, Mitglied bei Quer Beet zu werden. Durch dieses Konzept erhält der/die KundIn gegen einen monatlichen Mitgliederbeitrag eine Vergünstigung auf das angebotene Sortiment. Seit Beginn wird im Bioladen konsequent ökologisch gehandelt. Die Entscheidung dafür kommt aus der persönlichen Wertehaltung der Menschen im Quer Beet. Vorne dran steht Martin Sulzbacher. Hört man ihn über seine Werte und seine Einstellung zu bewusster Ernährung und regionalem Handeln reden, spürt man einen großen Erfahrungs- und Ideenschatz. Dabei stellt er aber auch die Frage: Wie ist es möglich, mehr Menschen für gemeinwohlorientiertes Wirtschaften zu begeistern? Wie können Informationen leicht zugänglich vermittelt werden? Wie kann man Marketing praxisnah und ohne viel Aufwand gestalten?

Im gemeinsamen Projekt soll dafür eine Grundlage geschaffen werden. Dafür soll zunächst der Internetauftritt von Quer Beet überarbeitet werden (zur aktuellen website geht´s hier entlang: http://www.querbeet-kassel.de   In Zusammenarbeit soll nach und nach ein Konzept entstehen das nicht nur Informationen, sondern auch Werte und Visionen vermitteln kann. Doch was bedeutet das konkret?

Marketing transparent gestalten

Bei Läden wie Quer Beet ist eine große Stärke die persönlichen Beziehungen, sowohl zu KundInnen als zu LieferantInnen. Man kennt sich, teilweise seit Jahren und man weiß warum man sich für einander entscheidet. Dabei spielen die ökologischen Ansprüche sowie wie wirtschaftlich-soziale Aspekte eine wichtige Rolle. Um diese Komplexität an Mehrwert wiedergeben zu können, gibt es viele zahlreiche technische Ideen; virtuelle Hofporträts, Podcasts/Videos für Story Telling, visuelle Darstellung für saisonale Obst und Gemüseangebote inklusive Rezeptideen, online Bestellmöglichkeiten für regionale Spezialitäten, Kundenbriefe für Aktuelles, sind dabei nur einige Beispiele die genannt werden können. Doch zunächst braucht es Struktur um die richtigen Werkzeuge auswählen zu können. Dafür macht es Sinn, zu fragen, was ist das, was ich gut kann? 

Bei Queer Beet kann man so Einiges; Regional Transparent handeln, Mitglieder finanziert und Gemeinwohl orientiert wirtschaften. 

Wie eingangs bereits erwähnt, ist es bei einer ganzheitlichen Kommunikationsstrategie wichtig, die Individualität und so auch die Menschen und ihre Arbeit zu zeigen, mit Augenmerk auf die ökologische und ökonomische Leistung. Bei Quer Beet wäre zum Beispiel eine Möglichkeit den Mitgliederladen durch die Mitglieder in einem Video zu erklären. Um die Lieferanten möglichst auch eine Plattform zu liefern, könnten kurze Hofporträts in Zusammenarbeit mit ihnen entstehen. Auch könnte eine weitere Zusammenarbeit mit anderen Gemeinwohl Ökonomie – Mitgliedern wie den Lichtenborner Kräutern entstehen. 

Der Ideen gibt es viele, die Ziele werden langsam klarer. Was sich dabei in der nächsten Zeit tut, könnt ihr gerne weiter hier auf meinem Blog nachlesen. Den nächsten Beitrag gibt´s am 12. Juni. 

Bis dahin alles Gute, 

Ihre/Eure Hannah 

Hannah Bickel

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