Mascha & Elena

Kräuter-Karriere

Die Zeit ist ein merkwürdiges Geschehen. Wir kennen es alle: Wartet man auf etwas, dauern Sekunden wie Stunden (bspw. die Minuten vor dem ersehnten Feierabend) und Tage wie Wochen. Doch rückblickend erscheinen einem Ereignisse, als wären sie erst gestern geschehen, obwohl sie bereits Wochen zurück liegen.

So ergeht es auch uns. Es scheint, als hätte unser spezielles Semester erst gestern begonnen, doch nun neigt es sich dem Ende zu und wir schreiben unseren letzten Blogartikel. Das bedeutet auch; das Ende unserer Zusammenarbeit mit den Lichtenborner Kräutern steht bevor. Es hat uns unfassbar viel Spaß gemacht, für Micha und Sylvia die Instagram-Seite mit Leben zu füllen! Vielleicht habt ihr sie ja auch schon gesehen (wenn nicht, ist hier der Link zum Account: https://www.instagram.com/lichtenbornerkraeuter/).

Doch jetzt steht die Frage im Raum, wie es mit unserem und auch mit den Projekten unserer Kommilitoninnen und Kommilitonen ab August weiter geht.

Wie, und das war’s?

Micha und Sylvia haben studentische Aushilfskräfte, die passenderweise auch ein Smartphone besitzen (es ist auf jeden Fall praktisch, eines zu haben!!!). Wir hoffen, dass eine dieser Aushilfskräfte Lust darauf hat, “Insta-Queen” bzw. “Insta-King” im Namen der Lichtenborner Kräuter zu werden. Es wäre schade, wenn der Account vertrocknet. Doch ist es natürlich verständlich, dass Micha und Sylvia ihn nicht auch noch neben ihrer Arbeit betreuen können.

Für uns (und hoffentlich auch den Lichtenborner Kräutern) hat dieses Projekt unfassbar viel gebracht und total viel Spaß gemacht. Vorher hatte zumindest eine von uns keinerlei Ahnung von Instagram und vom Posten. Wir beide waren wirklich keine “Insta-Queens”. Doch jetzt haben wir Blut geleckt und es wird garantiert nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir uns auf Instagram eingeloggt haben (später allerdings dann auf unserem eigenen Account und nicht mehr über den von den Lichtenbornern).

Anleitung für künftige “Insta-Queens and -Kings”

Für alle, die vielleicht auch mal Instagram ausprobieren oder ihre Firma/Betrieb/Laden/Projekt/… auf Instagram vertreten möchten, haben wir hier eine kleine Anleitung zusammengestellt (keine Garantie für 100%igen Erfolg oder Vollständigkeit): 

Das Erfolgsrezept

  • gaaanz viel! Oder so viel ihr habt
  • 1000 kcal
  • anspruchsvoll

ja

Zutaten:

  • 1 Kopf voller Ideen
  • 500 g Energie und Durchhaltevermögen (oder auch mal einen Kaffee für späte Abende)
  • 250 g gutes Hintergrundwissen für spannende Beiträge 
  • 10 cm hoher Stapel toller eigener Bilder 
  • 1 Prise Humor 

ja

Was ihr sonst noch braucht:

  • Ein Smartphone (ganz wichtig!)
  • Eine Kreativ-Werkstatt, die auf voller Flamme läuft 
  • Einen Ideen- Mixer, damit ihr verrückte, aber tolle Kreationen entstehen lassen könnt
  • evtl. eine Decke, die ihr euch über den Kopf ziehen könnt, wenn ihr nicht mehr weiter wisst 

Zubereitung:
Schritt 1:  Das Smartphone sollte an die Steckdose zum Laden, damit später voll durchgestartet werden kann. 
Schritt 2:   Eröffnet für eure Firma, euren Betrieb, Laden oder Projekt einen Instagram- Account. Dafür benötigt ihr eine E-Mail-Adresse, ein ansprechendes Bild und eine kurze Beschreibung von euch (kurz = maximal 1 Satz).
Schritt 3: macht euch mit eurem Smartphone auf den Weg durch die vielseitigen Bereiche des Betriebes und macht ausdrucksstarke Bilder und Videos, bei denen ihr euch gleichzeitig überlegt, was ihr damit aussagen und vermitteln wollt.  
Schritt 4: Sortiert eure Bilder, verwerft nicht gelungene, bearbeitet sie – aber nur minimal. Denn künstlich aussehende Bilder kommen nicht so gut an.  
Schritt 5: Postet diese Bilder und/oder Videos auf eurem Account. Lasst zwischen euren Posts nicht zu viel Zeit vergehen, sonst geratet ihr in Vergessenheit. Lieber mehrmals in der Woche kurze Posts, als einmal einen langen. Hashtags sind zwar im ersten Moment verwirrend, aber nicht zu vernachlässigen!  
Ladet die Betrachter ein, eure Bilder/Videos zu kommentieren und schaltet die Kommentar- Funktion nicht aus.  
Schritt 6: Seid gespannt auf die Kommentare und folgt selbst anderen Accounts, die euch interessieren.  

Nur noch GWÖ im Kopf

Apropos Kommentare: In der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) wird großen Wert auf die Mitwirkung von Angestellten und Kund*innen gelegt. Auch bei den Lichtenborner Kräutern kann sich jede*r miteinbringen. So entstehen Vielfalt und optimale Produkte.  

Transparenz wird in der GWÖ großgeschrieben. Sowohl bezüglich der Herstellung der eigenen Produkte, sowie die Zusammensetzung der Preise als auch die Herkunft der verwendeten Materialien. 

Im Gemeinwohlbericht der Lichtenborner Kräuter, welcher bei der Zertifizierung entstand, konnten sich Micha und sein Unternehmen selbst einschätzen, wie gut sie in den Bereichen Menschenwürde, Solidarität & Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit sowie Transparenz & Mitentscheidung (die Werte der GWÖ) abschneiden. 

Unter der Kategorie “Kund*innen-Mitwirkung und Produkttransparenz” bewerteten sich die Lichtenborner Kräuter selbst mit nur 4 von 10 Punkten. Das ist einer der Gründe, warum wir den Social-Media-Auftritt der Lichtenborner ausbauen wollten: Damit sie eine Plattform haben, wo sie mit ihren Kund*innen in Kontakt treten und Einblicke in Ihre Produktionsweise geben können. 

Was nehmen wir aus unserem Engagement mit?

Klar, wir schreiben den Blog gemeinsam. Aber wir haben jede doch auch unsere eigenen Gedanken, zu dem was wir gelernt haben und was wir davon für die Zukunft mitnehmen werden.

Deshalb erfahrt ihr in den folgenden Abschnitten, was in unserem jeweiligen Kräuterkopf so vor sich geht:

Elena will ganz ehrlich sein:

Als wir in unserem Modul das erste Meeting über’s Internet hatten und die Idee von den Projekten vorgestellt wurde, war ich skeptisch. Wirklich skeptisch. Was das mit unserem Studiengang der ökologischen Landwirtschaft, nachhaltigem Wirtschaften und der Gemeinwohl-Ökonomie zu tun hat. Klar, soziales Engagement ist enorm wichtig, auch außerhalb von Corona und in unserer heutigen Zeit hat kaum noch jemand Zeit dafür. Oder nimmt sie sich. Da muss ich mir auch selber an die Nase greifen. Aber im Laufe unseres Moduls und der Arbeit mit unseren Projektpartnern habe ich erkannt, wie wichtig und befriedigend es auch für einen selbst sein kann, jemandem zu helfen, dem nicht das Wasser Oberkante Unterlippe steht. Nicht nur in der Weihnachtszeit die jährliche 10€ Spende an Hilfsorganisationen zu überweisen, damit man sagen kann, man hilft doch, sondern richtig anzupacken – oder eben in unserem Fall loszutippen.
Es war nicht leicht, sich in der Welt von Instagram zurecht zu finden. Vor dem ersten Post hatte ich richtiges Herzrasen (Herzrasen kann man übrigens nicht mähen!), während Mascha das einfach locker flockig runtergetippt, alle möglichen Specialeffekte eingefügt und noch während der Rückfahrt von den Lichtenborner Kräutern nach Hause auf der Autobahn gepostet hat (zugegeben, das Internet war auf der Autobahn wirklich schlecht, deshalb hat es mit dem Hochladen etwas länger gedauert – was meine Hände am Lenkrad nur noch mehr verkrampfen ließ). Aber nach dem zweiten und dritten Post ging es schon deutlich einfacher und es begann Spaß zu machen. Aber die Aufregung vor jedem Post hat sich bisher noch nicht gelegt! Vielleicht sollte ich noch mehr posten?!

Das war Kräuterkopf Nummer 1; das immergrüne Elenanum heimannum.
Jetzt erfahrt ihr, wo das sommerliebende Kraut Mascha-Katharos lepkea die Möglichkeit hatte, noch weiter zu wachsen:

Mascha findet…

… Kreativität wird erst durch regen Austausch so richtig lebendig. Da sprudelt es dann nur so voll guter Ideen und kreativen Gedanken. Mit gemeinsamen Stunden voller Kreativität war leider dieses Semester nicht so viel zu holen. Und eine Video-Konferenz ersetzt ein Brainstorming beim gemeinsamen Abendessen mehr schlecht als recht. Selbstverständlich ist es super, dass es diese Möglichkeiten überhaupt gibt! Aber ich denke, da wäre noch einiges mehr drin gewesen für den Instagram-Account.
Der Anstoß für das ganze Projekt entstammte der Idee eines Zeitungsartikels, in dem es hieß, das Semester würde ein “Nichtsemester” – also ins Wasser fallen -, und jetzt wäre der perfekte Moment für Angehörige der Hochschulen, die freie Zeit sinnvoll zu nutzen. Das fanden wir alle eine klasse Idee, sonst hätte dieses Projekt in diesem Format nie stattgefunden. Allerdings ist es so, dass das Semester dann doch gar nicht wirklich ins Wasser gefallen ist… Es war nur ein wenig unorganisierter und eben online. Mehr Zeit als im Präsenz-Semester stand, zumindest mir, nicht zur Verfügung.
Auf einmal verstehe ich, wieso viele Firmen sich externe PR-Manager*innen an die Seite holen, die dann Vollzeit angestellt sind, um Werbung und Social-Media zu betreuen. Da steckt ganz schön viel Arbeit drin und ist sehr wichtig für die Außenwirkung. Das muss gut gemacht sein!

Ein Rückblick zum Schluss

Ein Fazit, ob wir durch unseren Social-Media-Auftritt die Online-Bestellungen bei den Lichtenborner Kräutern erhöhen konnten, können wir aufgrund der kurzen Phase, in der wir den Account betreut haben, nicht ziehen. Allerdings können wir stolz berichten, dass der Account bereits 50 Abonnent*innen zu verzeichnen hat (Stand 09.07.2020).

Um den Account populär und so richtig erfolgreich zu machen, braucht man definitiv Zeit und jede Menge Schweiß und Blut (und wahrscheinlich eine Sehnenscheidenentzündung vom vielen Tippen). Dafür war in diesem Semester leider keine Zeit. Der Account der Lichtenborner Kräuter hat auf jeden Fall das Potential, mehr Menschen zu erreichen und erfolgreicher zu werden. Wenn man es möchte und einem das Posten Spaß macht.

Hier findest du weitere Artikel von…

Mascha-Katharina Lepke

Mascha-Katharina Lepke

Elena Heimann

Elena Heimann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.